_ ANTIFASCHISTISCHE AKTION GRAZ

× Tips & Tricks für junge ANTIFAS

Ihr wollt was gegen Nazis machen und habt was gegen die bestehenden kapitalistischen Verhältnisse? Dann schließt euch zusammen und tut was dagegen! Dieser Text soll euch einige Tips für die linke Praxis geben…

Was heißt ANTIFA und wer ist das?

Meist verwendet man antifa einfach als Abkürzung für antifaschistisch oder Antifaschismus. Die antifa, d.h. die Antifaschistische Aktion, ist aber auch eine weltweite Bewegung, die von Leuten getragen wird, die sich aktiv am Kampf gegen Faschismus und die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse beteiligen. Weil man aus der Geschichte gelernt hat und gesehen hat, das Ideen, wie Parteiapparate, die eigentlich nur gutes im Sinn hatten, auch nach hinten losgehen können, greifen wir auf ein neues Konzept der Organisierung zurück: Viele autonome Gruppen, deren politische oder ideologische Ausrichtungen und Aktionen, gemeinsam disskutiert und geplant werden und nicht von einer Autorität vorgegeben werden.

GET ORGANIZED!

Um wirklich was auf die Beine zu stellen, ist es notwendig sich zu organisieren, das heißt, sich mit anderen zusammenzuschließe, sich regelmäßig zu treffen,… Ihr könnt Kontakt zu einer bestehenden Antifa-Gruppe (z.B. die AAG) aufnehmen, oder ihr startet selbst eine Schul- oder Bezirksgruppe.

Um ehrlich zu sein, bietet Graz, Linken nicht viel Raum für relemäßige Treffen, aber es gibt dennoch einige Möglichkeiten: Bestehende politische Gruppen oder Einrichtung stellen gerne ihre Räum kostenlos zur Verfügung; ansonsten gibt es in einigen Bezirken lokale Jugendzentren, die einer Gruppe, die sich offiziell „SchülerInnengruppe gegen Faschismus” nennt, auch gerne Platz bieten. Hilft nichts, dann kann man immer noch in ein Lokal mit Hinterzimmer ausweichen. Richtet euch eine sichere E-Mail-Adresse ein (z.B. riseup.net, oder antifanet.at) damit ihr für andere Ansprechbar seit. Benötigt ihr eine Postadresse, dann richtet ein Postfach bei größeren Gruppen oder vertrauenswürdigen, linken Läden ein (Privatadressen sind nicht ratsam).

GET ACTIVE!

Sich an Demonstrationen zu beteiligen ist zum Beispiel ein guter Anfang, um Kontakte zu knüpfen und in Erscheinung zu treten. Oft gibt es auch in einzelnen Bezirken Bedürfnisse gegen Rechts aktiv zu werden (bsp. Puntigam im Streit um das AsylantInnenheim) und auch grazweit gibt es Koordinierungs-Treffen div. Gruppen. Termin und Ort von solchen Veranstaltungen, könnt ihr z.B. direkt von der AAG erfahren. Ansonsten ist es immer klug, nach aktuellen Flyern oder Plakaten ausschau zu halten.

Vor einer Demo solltet ihr natürlich auch über Inhalte und Ausrichtung diskutieren. In solchen Diskussionen lernt man schnell seine politische Meinung argumentativ vorzubringen und außerdem ein angemessenes Redeverhalten untereinander. Wenn ihr euch enig seid, was ihr auf der Demonstration aussagen wollt, dann ist der nächste Schritt die Öffentlichkeitsarbeit.

Flyer, Flugblätter, Plakate usw. sind ein gutes Mittel um auf euch aufmerksam zu machen. Wenn ihr an Schulen Materialien verteilt, achtet darauf, dass sie verständlich sind und einigermaßen ansprechend gestaltet. Gut ist, wenn die Leute sofort sehen, dass es sich um linke, antifaschistische Inhalte handelt, denn dann erreicht ihr genau die, die sich auch dafür interessieren.

Transparente gehören natürlich auch zu einer Aktion. Soll das Transpi gut ausschauen, erstellt ihr am einfachsten auf einem Computer eine Vorlage, druckt diesen auf Folie aus und projiziert ihn mittels Overhead-Projektor aud den Transparent-Stoff, der vorher auf einer Wand befesstigt wurde. Jetzt muss nur noch vor und ausgemalt werden. Noch einfacher geht es mit Hilfe von Sprühschablonen oder ihr sprüht einfach direkt, ohne Vorlage, auf das Transparent.

Wenn ihr auf eine Demonstration geht, dann nicht alleine. Erstens, weil es zusammen mit anderen Leuten lustiger ist, zweitens, weil große Demos lustiger sind als kleine und drittens, weil es sicherer ist! Achtet aufeinander und hakt euch in Extremsituationen (in Graz nicht die Regel, aber niemand weiß wie wahnsinnig die Polizei diesesmal agiert..) aneinander ein, damit PolizistInnen nicht einzelne aus der Demo ziehen kann. Weiters ist es sinnvoll, ausgeruht und nüchtern zu sein. Alkohol hat auf Demonstrationen nichts verloren, er behindert deine Reaktion und gefährdet dich und andere.

Solltet ihr Probleme mit der Polizei bekommen, dann heißt die Devise: KEINE PANIK! Ihr seit gegenüber der Polizei nur verpflichtet euren Namen, eure Adresse und euer Geburtsdatum bekanntzugeben (Minderjährige auch die Namen der Erziehungsberechtigten). Alle weiteren Fragen der Polizei müsst und solltet ihr - zu eurem eigenen Schutz - nicht beantworten. Ihr habt auch das Recht auf einen Anruf, daher: Notiert euch vor einer Demo die Nummer des EA (Ermittlungsausschuss; AnwältInnen die kostenlos zur Hilfe eilen), diese wird in der Regel vor Ort bekanntgegeben, tragt diese stets bei euch und ruft dort an, solltet ihr auf einer Demo verhaftet werden.

WE LOVE BLACK-BLOCK

Immer häufiger tauchen in Graz schwarz gekleidete Personen auf Demos auf. Manchmal sind es so viele, dass sie sich zu einem starken „schwarzen Block” formieren. Es ist nicht so, wie diverse Medien behaupten, dass „die Vermummung” zum Randalieren da ist, was aber eigentlich ganz anders ist. Diese schwarz gekleideten DemonstrantInnen versuchen - kurz gesagt - möglichst gleich auszusehen, um nicht Opfer staatlicher Repressionen zu werden, denn der Staat filmt mit, auf Demos, aber auch sonst im öffentlichen Raum (bsp.: Die flächendeckende Videoüberwachung der Grazer Innenstadt). Diese Daten werden von der Polizei analysiert und können - nicht selten - schlimme Folgen haben.

Überlegt man sich, in Schwarz auf eine Demo zu gehen, sollte man sich bewusst sein, dass es in Österreich ein Vermummungsverbot gibt, aber gegen eine Sonnenbrille, um der Blendung zu entgehen, einen Schal, weil man ein Kratzen im Hals hat und einen schwarzen Kapuzen-Pulli, weil er chic ist und ein rauer Wind herrscht, kann niemand etwas sagen.

WAS IST DIE ANTIFASCHISTISCHE AKTION GRAZ (AAG)

Die Rechte in Graz erstarkte in den letzten Monaten enorm. Rechtsradikale Parteien sprießen aus dem Boden (bsp.: NVP) oder erzielen Rekordergebnisse bei div. Wahlen, Linke AktivistInnen werden auf der Straße angegriffen und Hakenkreuze auf Hausmauern gehören in einigen Gegenden zum Alltag.

Die ANTIFASCHISTISCHE AKTION GRAZ ist eine Gruppe diverser AktivistInnen, die schon einige Zeit politisch aktiv sind und sich entschlossen haben dem „Grazer-Zustand” Einhalt zu bieten. Antifaschistische Maßnahmen sollen nicht mehr nur spontan, sondern auch kooridniert passieren, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Erfahrungen und diverse Hilfestellungen sollen helfen, das linke, antifaschistische Potential dieser Stadt zu aktivieren und zu organisieren.

Solltest du oder deine Gruppe Probleme, Fragen… haben, oder solltet ihr Hilfe beim Aufbau eurer Gruppe benötigen, dann meldet euch per Mail bei GRAZ@ANTIFANET.AT oder informiert euch hier auf der Homepage.